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Sexualbegleitung
Informationen für Betroffene, Ratsuchende und Interessierte

Liebe(r) Leser/in,

ich freue mich, dass Du Dich für das Thema Sexualbegleitung interessierst. Daher habe ich für Dich hier ein paar wichtige Informationen zusammen gestellt.


Vielleicht bist Du selbst körperlich oder geistig behindert, musst durch Krankheit, Unfall oder einem anderen Schicksalsschlag mit verschiedenen Handicaps leben. Vielleicht bist Du auch Mama oder Papa eines heranwachsenden Kindes mit geistigen Einschränkungen. Zusätzlich möchte ich auch all die anderen Leser/innen ansprechen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ich freue mich, dass Ihr mich - das Seelenkind - gefunden habt.


Laut der UN Behindertenrechtskonvention von 2009 haben, Menschen mit Behinderungen vom Gesetz her ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Sie dürfen also frei entscheiden, wie sie ihre Sexualität gestalten und ausleben wollen - ohne Verbote und Einschränkungen.

Doch was nun auf dem Papier geregelt wurde, ist bei den meisten meiner Klienten noch nicht in der Realität angekommen: Mangelnde Intimsphäre in Wohnheimen, überforderte Eltern, die nicht wissen, wie sie mit den erblühenden sexuellen Bedürfnissen ihrer pubertierenden Kinder umgehen sollen, verhaltensauffällige Senioren, die in Pflegeheimen das Personal bedrängen - das ist leider alles Alltag.

Wie soll man mit dem Thema Sexualität und Behinderung am besten umgehen? Wo gibt es Rat und praktische Hilfe? Genau hier beginnt die Arbeit einer Sexualbegleiterin wie mir.


Was kann man sich unter Sexualbegleitung vorstellen?


Zunächst muss zwischen passiver und aktiver Sexualbegleitung unterschieden werden.

Die passive Sexualbegleitung wird häufig von Eltern, Pflegepersonal, Wohnheimen und Institutionen (z.B. "pro familia") ausgeübt. Sie zeichnet sich durch Gespräche und Beratung rund um das Thema Sexualität und Partnerschaft aus, hilft bei der Beschaffung von erotischen Medien, Spielzeugen oder Verhütungsmitteln. Auch werden im Rahmen der passiven Sexualbegleitung Kontakte zu aktiven Sexualbegleitern hergestellt oder Paaren geholfen, sich gegenseitig körperlich näher zu kommen. Sexuelle Handlungen gegenüber dem Begleiter sind bei der passiven Sexualbegleitung kategorisch ausgeschlossen.

Die aktive Sexualbegleitung geht einen Schritt weiter und ermöglicht Menschen mit Behinderungen sich und den eigenen Körper auf sexueller Ebene kennen zu lernen und aus zu probieren. Aktive Sexualbegleiter gehen mit ihren Klienten in der gebuchten Zeit eine Surrogat-Partnerschaft (Ersatz~) ein, die auch eine sexuelle Interaktion beinhaltet.

Beim Ein oder Anderen mag der Begriff "sexuelle Interaktion" die wildesten Vorstellungen hervorrufen. In Wirklichkeit geht es aber darum, mit dem Surrogatpartner seine ganz persönliche Ausdrucksweise der eigenen Sexualität zu erarbeiten bzw. sie erst zu ermöglichen. Für viele Behinderte sind Sexualbegleiter die ersten Menschen, mit denen sie sexuelle Erfahrungen sammeln oder Zärtlichkeit und Nähe erleben können. Sexualbegleitung hat also auch einen pädagogisch/therapeutischen Charakter und soll, soweit es die Behinderung zulässt, auch Wege zur selbstständigen sexuellen Befriedigung aufzuzeigen. Im Englischen gibt es dafür den Begriff "Empowerment", der sich im Deutschen aber nicht so elegant übersetzen lässt.


Ist aktive Sexualbegleitung so ähnlich wie Prostitution?


Während bei der Begegnung mit Prostituierten lediglich für bestimmte sexuelle Handlungen (Geschlechtsverkehr, Orale Befriedigung oder die Bedienung von Fetischen) bezahlt wird, steht bei der Sexualbegleitung die seelische und emotionale Zuwendung ebenfalls im Vordergrund.

In einem vorher festgelegten Zeitfenster wird Raum für eine Begegnung geschaffen, in der die unterschiedlichsten, jedoch vorher nicht genau festgelegten, körperlich-sexuellen Erfahrungen gemacht werden dürfen. Diese können z.B. erotische Massagen oder einfaches Kuscheln sein, das gemeinsame Hören oder Ansehen erotischer Medien, das Anleiten oder Unterstützen bei der Masturbation.

Ein weiterer signifikanten Unterschied gegenüber der Prostitution ist die Tatsache, dass Sexualbegleiter in ihrer Funktion als Surregat-Partner eine temporäre emotionale Bindung zu ihrem Klienten eingehen.

Die Berufsbezeichnung "Sexualbegleiter/in" ist gesetzlich nicht geschützt und es gibt viele verschiedene Auffassungen darüber, wie weit bei einer Begegnung gegangen wird. So gibt es Sexualbegleiterinnen, die auch Küssen und Geschlechtsverkehr nicht kategorisch ausschließen, jedoch immer frei nach dem Motto "man schaut, was passiert".


Vom Tantra zur Sexualbegleitung


Hinter dem Begriff "Tantra" (altindisch für Erweiterung, Ausdehnung) verbirgt sich eine ganzheitliche Weltanschauung und ein Weg der praktischen Selbsterfahrung. Tantra lehrt uns, alle Phänomene dieser Welt als eine Einheit anzusehen und Nichts auszugrenzen oder abzulehnen. Wir werden dazu ermuntert, unseren Körper zu lieben und uns mit allen Sehnsüchten, Emotionen, großen und kleinen Fehlern anzunehmen. Das Ziel des tantrischen Weges ist die vollständige Annahme des eigenen Selbst (Selbstliebe) und seine Mitmenschen so zu lieben, wie sie sind (Bedingungslose Liebe).

Die Tantramassage basiert auf den o.g. Grundsätzen und ist eine wunderbare Möglichkeit, sich achtsam und liebevoll mit dem eigenem Körper und den aufkommenden Gefühlen auseinander zu setzen. Da dabei Nichts ausgegrenzt wird, wird bei der Tantramassage jede Körperregion (auch der Intimbereich) gleichwertig und ohne Absicht in den Massageablauf einbezogen.

"Die Verehrung des Körpers als Tempel der Seele aber auch die Verehrung des Mann-Seins oder Frau-Seins."

Dies sind wunderbare Wegweiser für eine Art der Körperarbeit, bei der Sinnlichkeit und Lust nicht ausgeklammert, sondern als Quelle für körperliches und seelisches Wohlbefinden angenommen werden.

Dass sich tantrische Elemente wie Atemübungen, Massage und Entspannungsmethoden sehr gut für die Sexualbegleitung eignen, hat auch der "ISBB" (Institut zur Selbstbestimmung Behinderter) schon längst erkannt. Seit Beginn der Ausbildungskurse für Sexualbegleiter/innen sind Tantramasseurinnen ein fester Bestandteil des Teams und leiten die Workshops und Weiterbildungsangebote im Bereich der Körperarbeit. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Tantramasseurinnen zu Sexualbegleiterinnen weiterbilden lassen.


Sexualbegleitung beim Seelenkind


Sexualbegleitung, sowie die Beratung zu diesen Themen verstehe ich grundsätzlich als Dienstleistung. Mein Honorar hierfür beträgt Euro 90,- je angefangene Stunde. Dieser Preis ist nicht verhandelbar.

Da meine Praxis leider nicht rollstuhlgerecht ist, arbeite ich hauptsächlich mit Klienten, die selbstständig oder mit einer Begleitperson meine Räumlichkeiten aufsuchen können. Dies sind in der Regel Menschen mit kognitiven oder leichten körperlichen Einschränkungen.

Selbstverständlich sind auch Hausbesuche möglich. Zum normalen Honorar kommen dann noch Reisekosten in Höhe von Euro 30,- je angefangene Stunde (zzgl. benötigte (S-)Bahntickets) hinzu. Damit die zusätzlichen Kosten und der Zeitmehraufwand für beide Parteien gerechtfertigt sind, sollte meine reine Fahrzeit nicht länger sein, als die Zeit, die ich mit meinem Klienten verbringe.

Wie bei meinen nichtbehinderten Klienten, gelten auch für meine Surregat-Partnerschaften feste Regeln. So schließe ich Geschlechtsverkehr, Oralverkehr und Zungenküsse kategorisch aus. Einwandfreie Körperpflege setze ich voraus.

Damit ich bei der Begleitung auf die individuellen Bedürfnisse besser eingehen kann, bitte ich vor der Terminvergabe um ein persönliches Gespräch.

Download: Broschüre Sexualbegleitung   Broschüre Sexualbegleitung (Kurzversion)